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28.03.2025
Seit zehn Jahren ist die Pille danach in Deutschland rezeptfrei. Im Nachfragefall stellen die Apotheken eine sorgfältige und verantwortungsvolle Information und Beratung für die Anwenderinnen sicher.
Seit März 2015 hat sich die Anzahl der abgegebenen Notfallverhütungsmittel nahezu verdoppelt. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) stieg die Zahl der Packungen, die ohne Rezept ausgegeben wurden, von 467.000 im Jahr 2015 auf 882.000 im Jahr 2023. Die wachsende Nachfrage zeigt, dass immer mehr Frauen die Möglichkeit der Notfallverhütung in Anspruch nehmen. Zu allen wichtigen Fragen hinsichtlich der korrekten Anwendung, der Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen beraten die Apotheken in Nordrhein.
Wie wirkt die Pille danach?
„Die Pille danach ist ein Notfallverhütungsmittel, das unter bestimmten Voraussetzungen eine Schwangerschaft verhindern kann, wenn es nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder einer Verhütungspanne eingenommen wird“, erklärt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. In Deutschland sind zwei Wirkstoffe erhältlich: Levonorgestrel (LNG) und Ulipristalacetat (UPA). Beide verzögern den Eisprung, wodurch eine Befruchtung verhindert wird. Während Levonorgestrel bis zu drei Tage nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann, wirkt Ulipristalacetat bis zu fünf Tage danach – auch noch kurz vor dem Eisprung.
Warum ist eine schnelle Einnahme wichtig?
Die Wirksamkeit der Pille danach hängt stark vom Zeitpunkt der Einnahme ab. Je schneller sie nach einer Verhütungspanne eingenommen wird, desto höher ist die Chance, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Die Pille danach wirkt ausschließlich, indem sie den Eisprung verzögert – eine bereits eingetretene Schwangerschaft wird nicht beeinflusst. Wichtig zu beachten ist, dass sie keinen anhaltenden Schutz bietet. Nach der Einnahme ist daher weiterhin eine zuverlässige Verhütungsmethode erforderlich.
Persönliche Beratung in der Apotheke vor Ort
Die Apotheken in Nordrhein leisten eine essenzielle Beratungsfunktion bei der Abgabe der Pille danach. Sie informieren nicht nur über die richtige Anwendung, sondern auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, darunter bestimmte Antibiotika, Antiepileptika oder johanniskrauthaltige Mittel. „Da bestimmte Medikamente die Wirkung der Pille danach beeinträchtigen können, sollten in der Beratung in der Apotheke möglichst alle aktuell eingenommenen Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel angegeben werden“, rät Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverband Nordrhein e.V.
Abgabe und Kostenübernahme
Apotheken sind verpflichtet, die Pille danach an Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter ohne Rezept abzugeben, sofern keine medizinischen oder pharmazeutischen Bedenken bestehen. Bei Jugendlichen unter 14 Jahren wird die Abgabe ohne elterliche Zustimmung nicht empfohlen. Auch wenn kein Rezept erforderlich ist, erfolgt in der Apotheke stets eine qualifizierte Beratung über die richtige Anwendung und mögliche Nebenwirkungen.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Pille danach bis zum vollendeten 22. Lebensjahr, sofern ein ärztliches Rezept vorliegt. Für Frauen, die das 22. Lebensjahr vollendet haben, übernehmen die Krankenkassen die Kosten, wenn Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch oder eine Vergewaltigung vorliegen. Ohne ärztliches Rezept müssen Frauen aller Altersgruppen die Kosten für die Pille danach selbst tragen. Die Preise variieren je nach Präparat zwischen etwa 15 und 40 Euro.
Nebenwirkungen und Einschränkungen
Wie alle Medikamente kann auch die Pille danach Nebenwirkungen haben. Zu den häufigsten gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Unterleibsschmerzen und Zyklusstörungen. In seltenen Fällen kann die Einnahme auch zu stärkeren Menstruationsblutungen oder Zwischenblutungen führen. Treten starke Beschwerden oder Unsicherheiten auf, wird empfohlen, zeitnah eine gynäkologische Praxis aufzusuchen.
Notfallverhütung mit Verantwortung nutzen
Auch wenn die Pille danach grundsätzlich gut verträglich ist, stellt sie eine Notfalllösung dar, deren Anwendung für den Ausnahmefall vorbehalten ist. „Die Apotheken in Nordrhein bieten eine persönliche und engagierte Beratung, damit Frauen fundierte Entscheidungen treffen und sicher handeln können“, betont Dr. Armin Hoffmann.
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