Neujahrsempfang der Apothekerkammer Nordrhein

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein und Wolfgang Bosbach, MdB

Wolfgang Bosbach MdB fordert faire Wettbewerbsbedingungen für die deutschen Apotheken vor Ort. Kammerpräsident Engelen bezeichnet das EuGH-Urteil zu den Boni für verschreibungspflichtige Arzneimittel als „abenteuerliche, überraschende und vollkommen anmaßende Entscheidung“.

Düsseldorf, 10.01.2017

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, warnt nach dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016, mit dem die Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente für ausländische Versandhändler aufgehoben wurde, vor einem „preisgesteuerten Veränderungskampf“ anstelle eines gesunden Qualitätswettbewerbs.
Das unterstützt auch Gastredner Wolfgang Bosbach MdB und fordert faire Wettbewerbsbedingungen für die deutschen Apotheken vor Ort. In einem Kurzfilm berichtet er zudem über seine persönlichen Erfahrungen mit „seiner“ Apothekerin vor Ort.

Mehr als 250 Repräsentanten des nordrheinischen Gesundheitssystems folgten in diesem Jahr der Einladung der Apothekerkammer Nordrhein zum traditionellen Neujahrsempfang ins Düsseldorfer Maxhaus.
Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, begrüßte den Gastredner Wolfgang Bosbach als Politiker und Mensch, der Politik für die Menschen erlebbar und verständlich mache und damit aus dem normalen Berliner Politikbetrieb deutlich herausrage.

In seiner Neujahrsrede bezeichnete Engelen das EuGH-Urteil zu den Boni für verschreibungspflichtige Arzneimittel für ausländische Versandhändler als „abenteuerliche, überraschende und vollkommen anmaßende Entscheidung“. Sie widerspreche eindeutig der bisher geltenden deutschen Rechtsprechung und dem Subsidiaritätsprinzip.

Da die ausländischen Versand-Apotheken nicht in der Nähe ihrer Patienten seien, eine individuelle und persönliche Beratung in der Anonymität des Internets nicht umsetzbar sei und die Versorgung mit Arzneimitteln auch nur zeitlich verzögert erfolgen könne, hätten die Richter des EuGH entschieden, den Unterschied der Versand-Apotheken gegenüber den deutschen Apotheken vor Ort auszugleichen. Ein Ausgleich solle dadurch erfolgen, dass die ausländischen Versender ihren Kunden einen Bonus auf den festen Arzneimittelpreis gewähren dürfen. Mit finanziellen Anreizen sollen Kunden und Umsatz in die Versand-Apotheken gelockt werden.

Deutschland habe eines der besten Gesundheitswesen der Welt. „Das steht jetzt auf dem Spiel“, warnte Kammerpräsident Engelen. Das EuGH-Urteil sei nicht nur ein Angriff auf die Apotheker, sondern auf alle freien Heilberufe.

Der Kammerpräsident zeigte sich überzeugt, dass nur ein Rx-Versandverbot die Arzneimittelversorgung nachhaltig sichern könne. Die Kammer habe ein versiertes Team von Juristen beauftragt, nach möglichen Alternativen zu suchen. Das Ergebnis sei eindeutig. „Der Gesetzentwurf zum Verbot des Arzneimittelversandhandels zur Sicherung des festen Arzneimittelpreises und der sich anschließenden Strukturen ist alternativlos“, stellte Engelen fest.

Gastredner Wolfgang Bosbach forderte gleiche Bedingungen für stationäre Apotheken und Versender. Es sei unfair, dass deutsche Apotheken vor Ort zum Notdienst gesetzlich verpflichtet seien, während ausländische Versand-Apotheken davon verschont wären. Wie Engelen forderte auch Bosbach, dass Wettbewerb im Gesundheitswesen nur über die Qualität und nicht über den Preis erfolgen dürfe.

Die Apothekerkammer Nordrhein will die Bedeutung der Apotheke vor Ort für Kunden und Patienten deutlich nach außen tragen. In einem Kurzfilm stellt sie wichtige Leistungen der Apotheker dar – von der flächendeckenden Versorgung über die Beratung beim Erwerb von Arzneimitteln bis hin zu Dienstleistungen wie dem Nacht- und Notdienst. Wolfgang Bosbach, der wegen einer Erkrankung häufig auf die persönliche Beratung in der Apotheke angewiesen ist, macht sich in dem Film für die freiberufliche Apotheke stark. „Den Wert eines Systems erkennt man oft erst dann, wenn es dieses System nicht mehr gibt“, erklärt Bosbach zu Beginn des Spots. Dann schildert er seine persönlichen Erfahrungen mit „seiner“ Apothekerin vor Ort.

Der Film ist auf der Website der Apothekerkammer Nordrhein unter www.aknr.de zu sehen.

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