Pille danach - rezeptfrei in der Apotheke

Apotheker berät junge FrauDie „Pille danach“: Nur eine kompetente Beratung in der Apotheke gewährleistet eine sichere Anwendung (Quelle: ABDA)Hat die Verhütungsmethode versagt oder wurde sie vergessen, mussten Frauen in Deutschland bislang zunächst zum Arzt gehen, um sich die „Pille danach“ verschreiben zu lassen. Ab 16. März dieses Jahres kann die „Pille danach“ auch ohne Verordnung in der Apotheke gekauft werden. In den Apotheken in Nordrhein mit ihrem flächendeckenden Nacht- und Notdienst erhalten Frauen die „Pille danach“ umgehend und im Notfall auch am Wochenende und in der Nacht.

Düsseldorf, 11.03.2015

Beratung und sichere Anwendung gewährleistet
„Die Apotheker in Nordrhein sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und können mit ihrer kompetenten Beratung eine sichere Anwendung der „Pille danach“ gewährleisten“, erklärt Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein in Düsseldorf.

Schnelle Versorgung rund um die Uhr
Mit dieser Neu-Regelung wird es für Frauen künftig deutlich leichter, die „Pille danach“ mit möglichst wenig Zeitverzögerung einnehmen zu können. „Mit ihren kundenfreundlichen Öffnungszeiten und dem flächendeckenden Notdienst stellen die Apotheken die Versorgung rund um die Uhr sicher“, erläutert Lutz Engelen.

Für Frauen bis 20 wird die „Pille danach“ erstattet
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der „Pille danach“ für Frauen bis zum 20. Geburtstag, sofern die Betroffene ein Rezept vorlegen kann. Wer auf eine Kostenerstattung verzichtet, erhält die Pille nach Beratung gegen Barzahlung in der Apotheke. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass junge Menschen sehr verantwortungsbewusst mit der „Pille danach“ umgehen und die Abgabe unter Berücksichtigung des begründeten Einzelfalls erfolgt“, so Engelen. Noch nicht erwachsene Minderjährige, insbesondere wenn sie unter 14 Jahren sind, sollten sich bei der Anwendung von Notfallverhütungsmitteln ärztlich beraten lassen. Sie bekommen diese Medikamente im Allgemeinen nicht in der Selbstmedikation.

So wirken die Präparate
Die in den Hormonpräparaten EllaOne® und PiDaNa® enthaltenen Wirkstoffe Ulipristalacetat (EllaOne) und Levonorgestrel (PiDaNa) hemmen oder verzögern den Eisprung um drei bis fünf Tage. Da die Lebensdauer von Spermien drei bis fünf Tage beträgt, erreichen die Spermien die Eizelle nach dem Einsatz der „Pille danach“ mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Voraussetzung ist, dass das Präparat so schnell wie möglich nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird.

Die „Pille danach“ schützt nicht zu 100 Prozent. Bleibt die nächste Regelblutung länger als sieben Tage aus, gibt ein Schwangerschaftstest, gekoppelt mit dem Besuch beim Frauenarzt, Auskunft, ob eine Schwangerschaft vorliegt.

Tipps für die Anwendung

• Binnen zwölf Stunden nach der vergessenen Pilleneinnahme lässt sich die Einnahme der üblicherweise eingenommenen „Antibaby-Pille“ noch nachholen. Die vergessene Pille sollte dann sofort eingenommen werden. Eine „Pille danach“ ist dann nicht nötig. Das gilt jedoch nicht für die „Minipille“. Hier braucht man die „Pille danach“, um eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern.

• Hormonelle Verhütungsmittel sollen auch nach Einsatz der „Pille danach“ wie üblich weiter eingenommen werden. Ihre Wirksamkeit ist aber für den Rest des Zyklus nicht mehr gesichert. Deshalb sollen zusätzlich zum Beispiel Kondome genutzt werden.

• Bei Übelkeit mit Erbrechen kann die „Pille danach“ an Wirksamkeit einbüßen. Für die kontrazeptive Sicherheit besitzt auch das Körpergewicht Relevanz. Auch durch gleichzeitige Einnahme bestimmter Arzneimittel kann die Wirksamkeit herabgesetzt sein. Darüber informiert der Apotheker vor Ort.

• Liegt der ungeschützte Geschlechtsverkehr länger als 120 Stunden (5 Tage) zurück, nutzt die „Pille danach“ nichts mehr.

 

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