Protestaktion zum Nacht- und Notdienst – Lange Schlangen und viel Verständnis

Klappendienst am 28. FebruarApotheken-Aktion „Wir machen den Tag zur Nacht“ - Lange Schlangen und viel Verständnis; Quelle: AKNR/AVNRAlle 21.000 Apotheken in ganz Deutschland waren heute von 12.00 bis 13.00 Uhr aufgerufen, den Nacht- und Notdienst für ihre Patienten auch tagsüber erlebbar zu machen. Auch die Apotheker in Nordrhein haben sich an dieser Aktion beteiligt. Patienten und Kunden wurden nur noch über die Notdienstklappe versorgt.

 

 

Düsseldorf, 28.02.2013

Großes Verständnis und hohe Zustimmung von ihren Patienten und Kunden erhielten die Apotheker in Nordrhein bei ihrer Aktion „Wir machen den Tag zur Nacht!“ Viele Apotheken hatten ihren Service während der Mittagszeit auf den so genannten „Klappendienst“ beschränkt.

Patienten und Kunden, die in teilweise langen Schlangen auf ihre Medikamente warten mussten, wurden von den Apothekern über die hohe Bedeutung des nächtlichen, sonn- und feiertäglichen Notdienstes informiert. Insbesondere die unangemessene Vergütung des für den einzelnen Apotheker bis zu 24 Stunden dauernden Nacht- und Notdienstes wurde in vielen Gesprächen zum Thema gemacht.

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein stellte klar: „Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat den Apothekern eine dringend notwendige Notdienstpauschale für die Erbringung ihrer Nacht- und Notdienste ab Januar 2013 versprochen. Diese Zusage wurde bis heute nicht eingehalten. Nach heutigen Bedingungen ist der Apothekennotdienst aus wirtschaftlicher Sicht immer ein Zuschussgeschäft.“

Unterstützung für ihre Argumente erhalten die Apotheker durch das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Bevölkerungsumfrage von Forsa – Gesellschaft für Sozialforschung – unter 1.000 Erwachsenen, die im Vorfeld des bundesweiten Apotheken-Aktionstags durchgeführt wurde.

So bewerten 82 Prozent der Befragten in Nordrhein-Westfalen den Nacht- und Notdienst der Apotheken als „wichtig“ für die Gesundheitsversorgung. 14 Prozent halten ihn für „weniger wichtig“ und nur 4 Prozent für „überhaupt nicht wichtig“.

In der Forsa-Umfrage wurden die Menschen in Nordrhein-Westfalen auch nach einer angemessenen Vergütung des Nacht- und Notdienstes gefragt. Die realistische Annahme war dabei, dass die 2,50 Euro Notdienstgebühr von zehn Patienten pro geleistetem Nacht-, Sonn- oder Feiertagsdienst entrichtet werden. Knapp zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) bewerten 25 Euro als eindeutig „zu niedrig“. Weniger als ein Drittel (32 Prozent) halten dies für „angemessen“, nur 2 Prozent für „zu hoch“.

Dies bestätigte auch die spontane Stellungnahme eines Kunden, der vor einer Apotheke geduldig ausharrte und zum Thema Notdienstvergütung feststellte: „Nur 25 Euro für eine ganze Nacht Apotheken-Notdienst? Da ist ja jeder Schlüsseldienst um ein vielfaches teurer!“

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