Pressemeldung der Apothekerkammer Nordrhein

Neues "Medikament" gegen Apothekensterben: ÜberlegFix - Jetzt rezeptfrei für politische Entscheidungsträger

Präsident Engelen mit Präsident Lutz Engelen mit Düsseldorf, 22. August 2012. Zum ersten Mal in der Geschichte haben Apotheker ein eigenes „Medikament“ auf den Markt gebracht: ÜberlegFix! Anwendungsgebiet: Zur Vorbeugung beginnender Vorurteile gegenüber der Honorierung von Apothekenleistungen.

Apotheken erhalten seit 2004 für jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel einen Festzuschlag von 8,10 Euro. Davon abgezogen wird bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen ein sogenannter Kassenabschlag von 1,72 Euro. Die Apotheke erhält also bei der Abgabe einer Packung eine Vergütung von 6,38 Euro. Davon müssen die Kosten für Beratung, Personal, Miete, Energie, Lagerhaltung, Versicherungen, Zertifizierungen, Qualitätssicherungen und viele weitere Betriebskosten gedeckt werden.

Nach dem Entwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie soll der Festzuschlag für verschreibungspflichtige Arzneimittel mit Beginn 2013 von derzeit 8,10 Euro je Arzneimittelpackung auf 8,35 Euro angehoben werden. Diese geplante Honoraranhebung um 25 Cent ist die erste seit dem Jahr 2004!

Hierzu Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein: „Die geplante Honoraranhebung ist völlig unzureichend. Allein die Kosten für die Erbringung der gesetzlich geforderten Leistungen gegenüber den Patienten sind seit 2004 aufgrund der Inflation um 14,4 Prozent gestiegen. Hinzu kommt eine Steigerung der Tariflöhne für das Apothekenpersonal um über 18 Prozent.“

Wie kann man die Entscheidungsträger in der Politik davon überzeugen, dass die geplante Honoraranhebung um 25 Cent völlig unzureichend ist.

„Hier greift ÜberlegFix“, so Lutz Engelen. Dieses neue „Medikament“ wurde per Post an alle Landtagsabgeordneten in Nordrhein-Westfalen sowie an alle nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten versandt. Es soll den Politikern auf humorvolle und charmante Weise helfen, mögliche Vorurteile gegenüber der Honorierung von Apothekenleistungen abzubauen. Engelen empfiehlt die Einsicht fördernde Lektüre des faktenbasierten Beipackzettels und die vorschriftsmäßige Einnahme.

Durch die Sparmaßnahmen der letzten Jahre geraten immer mehr Apotheken in die roten Zahlen und müssen schließen. So kommen in Nordrhein im ersten Halbjahr 2012 auf eine Neugründung fast vier Schließungen, sodass die Anzahl der Apotheken den niedrigsten Stand seit über 10 Jahren erreicht hat.

Wenn es um das nackte Überleben geht, entwickeln die Apotheker ungeahnte kreative Strategien, um auf ihre missliche Lage hinzuweisen. Dass sich die Apotheker in Deutschland mit einem rezeptfreien „Medikament“ an Politik und Öffentlichkeit wenden, ist bis dato ein Novum.

„Die Uhren stehen auf fünf vor zwölf und es wird dringend Zeit, dass die Apotheker mit ihrer Aktion auf die Missstände bei der Honorierung ihrer Leistungen aufmerksam machen“ betont Lutz Engelen.

 

 

Packungsbeilage und weiteres Bildmaterial zu "ÜberlegFix" stehen hier zum Download für Pressevertreter zur Verfügung.