Ausbildungsinhalte im Praktischen Jahr

Das Praktische Jahr oder der dritte Ausbildungsabschnitt, wie er in der Approbationsordnung heißt, besteht in einer 12monatigen Ausbildung, von der mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke absolviert werden müssen.

Für das zweite Ausbildungshalbjahr können Pharmazeuten im Praktikum in ihrer Praktikumsapotheke bleiben, in eine andere öffentliche Apotheke wechseln oder aber die Zeit nutzen, um einen weiteren pharmazeutischen Tätigkeitsbereich wie

  • eine Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke
  • die Pharmazeutische Industrie
  • eine wissenschaftliche Institution oder
  • eine Arzneimitteluntersuchungsstelle

kennen zu lernen. Wer vorhat, den zweiten Teil seines Praktischen Jahres in einem vergleichsweise "exotischen" Tätigkeitsfeld für Apotheker zu absovieren, sollte sich vorher beim zuständigen Landesprüfungsamt vergewissern, dass der favorisierte Ausbildungsort als Ausbildungsteil des praktischen Jahres anerkannt wird. Hierzu empfiehlt es sich, eine schriftliche Auskunft beim Landes-prüfungsamt einzuholen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Zum Praktischen Jahr gehört für alle Pharmazeuten im Praktikum außerdem ein vierwöchiger theoretischer Blockunterricht, der in Nordrhein in zwei Hälften aufgeteilt ist:

  • zwei Wochen im Februar/März im Pharmazeutischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • zwei Wochen im August/September im Pharmazeutischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Nähere Informationen zu den begleitenden Unterrichtsveranstaltungen der Apothekerkammer Nordrhein erhalten Sie hier.

Leitfaden der Bundesapothekerkammer für die pharmazeutische Ausbildung im Praktischen Jahr

Die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer hat am 28. April 2015 den "Leitfaden für die praktische Ausbildung von Pharmazeuten im Praktikum in der Apotheke" verabschiedet. Der Leitfaden besteht aus

  • einem Musterausbildungsplan
  • insgesamt 27 Arbeitsbögen und
  • Evaluationsbögen zu Musterausbildungsplan und Arbeitsbögen

Musterausbildungsplan

Der Musterausbildungsplan bietet erstmals eine Empfehlung zur zeitlichen und inhaltlichen Strukturierung der Ausbildung.

zum Musterausbildungsplan der Bundesapothekerkammer

Arbeitsbögen
Der Musterausbildungsplan wird durch die Arbeitsbögen ergänzt, bei denen sich der Pharmazeut im Praktikum vertieft mit verschiedenen Themen beschäftigen soll. Die Arbeitsbögen werden jährlich zum Stichtag 1. Juni aktualisiert und veröffentlicht:

  1. Haltbarkeit, Lagerung und Entsorgung der Fertigarzneimittel, Medizinprodukte, apothekenüblichen Waren und Ausgangsstoffe 
  2. Das Warenwirtschaftssystem
  3. Prüfung der Ausgangsstoffe
  4. Prüfung der Fertigarzneimittel und apothekenpflichtigen Medizinprodukte
  5. Herstellung von Rezepturarzneimitteln
    5.a Herstellungsanweisung
  6. Arzneimittelberatung - Selbstmedikation
  7. Qualitätsmanagementsystem - QMS
  8. Arzneimittelinformation
  9. Dokumentation bei Erwerb und Abgabe von Arzneimitteln
  10. Dokumentation des Betriebs von Medizinprodukten
  11. Arzneimittelberatung - ärztliche Verordnungen
  12. Körperpflegemittel
  13. Wundversorgung und Verbandmittel
  14. Inkontinenzversorgung
  15. Risiken bei Arzneimitteln und Medizinprodukten
  16. Arzneimittelabhängigkeit, -Missbrauch und Doping
  17. Abgabe von Chemikalien
  18. Arzneimittelberatung - Interaktionscheck
  19. Hilfsmittelversorgung und -beratung
  20. Das Rezept - rechtliche Grundlagen und Abrechnung
  21. Bestimmung physiologischer Parameter - Blutuntersuchungen
  22. Bestimmung physiologischer Parameter - Butdruckmessung
  23. Bestimmung physiologischer Parameter - Bestimmung der Körperfettverteilung
  24. Darreichungsformen - Auswahl und Beratung
  25. Impfberatung
  26. Medikationsanalyse


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Ansprechpartner

Dr. Constanze Schäfer MHA

Aus- und Fortbildung

Tel.: 0211 83 88 - 151

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