Infoveranstaltungen zur neuen Apothekenbetriebsordnung

Novelle der Apothekenbetriebsordnung in Kraft

Zur Erleichtung für die tägliche Praxis hat die ABDA - Bundesvereingung Deutscher Apothekerverbände basierend auf dem Änderungstext eine Gesamtfassung erstellt. Da trotz größtmöglicher Sorgfalt beim Abgleich mit dem im Gesetzblatt veröffentlichten Änderungstext punktuelle Übertragungsfehler nicht ausgeschlossen werden können, weist die ABDA darauf hin, dass allein die im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Fassung rechtsverbindlich ist.

Synopse und erster Kommentar der Pharmazeutischen Zeitung zur neuen Apothekenbetriebsordnung

Hier gelangen Sie zum offiziellen Wortlaut der am 11. Juni 2012 im Bundesgesetzblatt veröffentlichten 4. Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung vom 5. Juni 2012.

Großveranstaltungen der Apothekerkammer Nordrhein zur neuen Apothekenbetriebsordnung

Präsentation von Ministerialrätin Dr. Dagmar Krüger, Bundesministerium für Gesundheit in Bonn.

Der Kollegenzustrom zu den zentralen Veranstaltungen der Apothekerkammer Nordrhein zur neuen Apothekenbetriebsordnung war beeindruckend und spiegelte den großen Informationsbedarf: Sowohl am 18. Juni in Düsseldorf, als auch am 21. Juni in Köln, also wenige Tage nach Inkrafttreten, nutzten mehr als 700 Apotheker die Gelegenheit, sich in einem Vortrag von Ministerialrätin Dr. Dagmar Krüger vom Bundesministerium für Gesundheit aus erster Hand die Neuregelungen in der Apothekenbetriebsordnung erläutern zu lassen. Präsident Lutz Engelen dankte der Leiterin des Referates „Arzneimittelzulassung und -qualität, Klinische Prüfung und Apothekenbetrieb“ dafür, dass sie es trotz vollem Terminkalender kurzfristig möglich gemacht hat, an zwei Abenden über die Novellierung zu referieren.

In seinen einführenden Worten sprach Engelen die kritische wirtschaftliche Situation in den Apotheken an, die bereits zu einem Rückschnitt in der flächendeckenden Versorgung geführt hat. Er räumte ein, dass es in der neuen Apothekenbetriebsordnung Licht und Schatten gebe, aber die positiven Elemente würden doch deutlich überwiegen. „Die neue Apothekenbetriebsordnung stärkt uns Apotheker in unserer heilberuflichen Kompetenz und sichert damit mittelfristig das System der unabhängigen, inhabergeführten Apotheke. Mit der Aufnahme des Medikationsmanagements in die Liste der pharmazeutischen Tätigkeiten ist der Weg zu neuen, honorierbaren Leistungen gebahnt“, so Engelen.

In ihrem Vortrag ging Dr. Krüger nicht nur detailliert auf die einzelnen Neuregelungen ein, sondern erläuterte auch die Hintergründe und Ziele, die zu diesen Änderungen geführt haben. Insgesamt betrachtet liege der Focus auf der Qualität von Rezeptur und Beratung. So sind die Vorschriften in Rezeptur und Defektur bewusst verschärft worden, weil die Untersuchungsergebnisse seitens der Apothekenaufsicht immer wieder Anlass zu Beanstandungen gegeben hätten. Bei der Defektur sei eine einwandfreie Qualität naturgemäß von noch größerer Bedeutung, weil hier in einem Herstellungsgang Arzneimittel für viele Patienten zubereitet werden. Beim Thema Beratung hob Dr. Krüger hervor, dass die Analyse und Auswertung im Rahmen eines Medikationsmanagementsystems nur durch einen Apotheker erfolgen darf, während in anderen Bereichen der Beratung eine Delegationsmöglichkeit auf weiteres pharmazeutisches Personal besteht, wenn der Apothekenleiter individuell und schriftlich die genauen Befugnisse und Grenzen für den einzelnen Mitarbeiter festlegt. Wie bisher werden PTA, Pharmazeuten im Praktikum und PTA-Praktikanten unter Aufsicht eines Apothekers pharmazeutisch tätig.

In der sich anschließenden Diskussion nahm sich Dr. Krüger viel Zeit für die Fragen aus der Kollegenschaft und diskutierte diese offen und dialogbereit. „Uns geht es um das Ziel, nicht um den Weg“, hob sie hervor. Die Kollegen stellten viele Fragen zur konkreten Umsetzung, darunter zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems, zur maximal zulässigen Entfernung externer Betriebsräume wie dem Nachtdienstzimmer oder zu den Übergangsfristen für die Umsetzung der strengeren Regelungen in Rezeptur und Defektur. Für letztere gebe es keine Übergangsfristen, so Dr. Krüger. Sie seien sukzessive und zeitnah umzusetzen, wobei sie empfahl, mit den besonders häufig vorkommenden Rezepturen und Defekturen zu beginnen. An einigen Stellen, so zum Beispiel im Hinblick auf die Liste der Geräte und Prüfmittel oder im Hinblick auf die Frage, in welchem Umfang die Inprozesskontrollen einer Rezeptur oder die Prüfung einer Defektur erwartet wird, zeigte sich, dass hier noch Auslegungsspielräume bestehen, die durch entsprechende, idealerweise bundesweit geltende Empfehlungen zu füllen sind. Dr. Krüger erläuterte, dass man diese Flexibilität bewusst gewählt habe, um den Apotheker in seiner Eigenverantwortung zu stärken. Engelen ergänzte, dass hier sowohl auf Bundesebene, als auch auf der Ebene der Apothekerkammer Nordrhein bereits Gespräche geführt werden, um zu konkreten, mit den Aufsichtsbehörden abgestimmten Vorgaben zu gelangen. Gemeinsam wird an einer ergebnisorientierten Implementierung der neuen Apothekenbetriebsordnung gearbeitet. Weiter berichtete er, dass die Amtsapotheker – falls noch nicht geschehen – planen, im Spätsommer / Herbst flächendeckende Informationsveranstaltungen in den nordrheinischen Kreisstellen durchzuführen.

Abschließend dankte Engelen dem Govi-Verlag, der seine Synopse und erste Kommentierung als Teilnehmerskript (PZ-Supplement zu Ausgabe 21) für die beiden Informationsveranstaltungen der Apothekerkammer Nordrhein zur Verfügung gestellt hat.

 

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