Medikationsanalyse: Apotheker helfen bei Medikationsproblemen

Düsseldorf, 20. Januar 2017 – Patienten, die ihre Medikation von einem Apotheker überprüfen lassen, haben anschließend weniger arzneimittelbezogene Probleme und erhalten wichtige Anwendungshinweise. Das ist das Ergebnis einer Studie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die im Rahmen der Studie untersuchten Fälle wurden von Apothekerinnen und Apothekern eingereicht, die sich speziell im Bereich Medikationsanalyse fortgebildet haben. Das von der Apothekerkammer Nordrhein entwickelte Konzept nennt sich ATHINA und steht für Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken. Über 1.500 Apothekerinnen und Apotheker in den Regionen Nordrhein, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bremen haben bereits an einer ATHINA-Schulung teilgenommen und können im Apothekenalltag Medikationsanalysen mit ihren Patienten durchführen.

Die 912 im Rahmen der Studie untersuchten ATHINA-Medikationsanalysen betrafen Patienten, die meist über 65 Jahre alt waren und durchschnittlich 11 Arzneimittel einnahmen. Bei 95% aller untersuchten Fälle konnten die Apotheker mindestens eine Schwierigkeit bei der Arzneimitteltherapie erkennen. Hierzu zählt etwa eine Wechselwirkung zwischen den eingenommenen Präparaten oder Unklarheiten bei der Anwendung. Dazu Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein: „Das zeigt, dass Apotheker sehr gut erkennen können, bei welchen Patienten eine Medikationsanalyse sinnvoll ist.“

Je nach Art des dokumentierten Problems leiteten die verantwortlichen Apotheker unterschiedliche pharmazeutische Maßnahmen ab. Engelen: „Am Ende konnten die Apotheker knapp 70% der auftretenden Probleme vollständig selbst lösen oder einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Knapp jedes vierte Problem konnte teilweise gelöst werden.“ Besonders erfolgreich gelang es den Apothekern, Probleme bei der Arzneimittelanwendung zu lösen. Sie erklärten den Patienten beispielsweise, wie ein Asthmaspray anzuwenden ist oder informierten zum richtigen Einnahmezeitpunkt.

Bei ca. jedem dritten Problem kontaktierten die Apotheker auch die betreuenden Ärzte, um sie über Veränderungen zu informieren oder um Vorschläge für eine Optimierung der Medikation zu unterbreiten, während bei 14% ausschließlich eine Beratung in der Apotheke stattfand. Engelen: „Das zeigt, wie wichtig ein multiprofessioneller Ansatz bei speziellen Herausforderungen in der Medikation ist.“
Laut Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg, die die Auswertung der ATHINA-Medikationsanalysen geleitet hat, ist ATHINA ein für die Apotheken vielversprechender Ansatz, um eine Medikationsanalyse flächendeckend und niedrigschwellig anzubieten. Seidling: „Die Studie zeigt, dass die Apotheker im ATHINA Projekt sehr erfolgreich Probleme in der Medikation erkennen und kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Lösung initiieren können.“

Die Zusammenfassung der Studie finden Sie hier: http://dx.doi.org/10.1016/j.sapharm.2016.10.016

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