Fachsprachenprüfung

Die folgenden Informationen sollen Ihnen die Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung erleichtern
Zur Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung sollten Sie im Vorfeld Fachzeitschriften wie zum Beispiel die „Pharmazeutische Zeitung“, „Deutsche Apothekerzeitung“ sowie Fachzeitschriften, die sich speziell an pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) richten, lesen. Die sprachlichen Besonderheiten für die Beratung von Verbrauchern können Sie durch das Lesen von Apotheken Kundenzeitschriften wie zum Beispiel „Apotheken Umschau“ oder „Neue Apotheken Illustrierte“ kennen lernen. Darüber hinaus sollten Sie jede Möglichkeit nutzen, sich mit Apothekern und pharmazeutisch-technischen Assistenten auszutauschen. Dafür können Sie beispielsweise in einer Apotheke hospitieren, bei Beratungsgesprächen zuhören und pharmazeutische Fachfragen kollegial diskutieren. Auf diese Weise erlangen Sie die notwendige Sicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache. Zusätzlich finden Sie Beispiele für Fachsprache und Patientensprache sowie gängige Abkürzungen und englischsprachige Erläuterungen in der „Vorbereitungshilfe Terminologie“ im Downloadbereich rechts.

So läuft die Fachsprachenprüfung ab:

  • Der Vorsitzende der Prüfungskommission informiert Sie über den Prüfungsablauf sowie über die Rolle der einzelnen Prüfer während der Prüfung. Außerdem wird der Prüfungsausschussvorsitzende Ihren Pass kontrollieren.
  • Die Prüfungsdauer beträgt 60 Minuten.
  • Die Prüfung erfolgt in drei Teilen:
    1. Simuliertes Apotheker-Patienten-Gespräch
    2. Schriftlicher Prüfungsteil
    3. Simuliertes Apotheker-Apotheker-Gespräch
    Sie erhalten die schriftliche Aufgabenstellung und die Fachinformation eines Fertigarzneimittels, in der alle für die Prüfung wichtigen Passagen farblich markiert sind. Die Fachinformation dient als inhaltliche Grundlage. Die markierten Inhalte sind für die sich anschließenden mündlichen und schriftlichen Prüfungsteile wichtig.

 

Was ist eine Fachinformation und wie ist sie aufgebaut?
Eine Fachinformation fasst standardisiert alle wichtigen Informationen zu einem Arzneimittel zusammen. Sie steht Apothekern und Ärzten zur Verfügung, um sich über die Art des Arzneimittels, Empfehlungen zur Anwendung und Dosierung, pharmakologische Besonderheiten, insbesondere auch zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu informieren.

Eine Fachinformation (gemäß AMG § 11 a, siehe: http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__11a.html) ist wie folgt aufgebaut:

  1. die Bezeichnung des Arzneimittels, gefolgt von der Stärke und der Darreichungsform;

  2. qualitative und quantitative Zusammensetzung nach Wirkstoffen und den sonstigen Bestandteilen, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist, unter Angabe der gebräuchlichen oder chemischen Bezeichnung; § 10 Abs. 6 findet Anwendung;

  3. Darreichungsform;

  4. klinische Angaben:
    a) Anwendungsgebiete,
    b) Dosierung und Art der Anwendung bei Erwachsenen und, soweit das Arzneimittel zur Anwendung bei Kindern bestimmt ist, bei Kindern,
    c) Gegenanzeigen,
    d) besondere Warn- und Vorsichtshinweise für die Anwendung und bei immunologischen Arzneimitteln alle besonderen Vorsichtsmaßnahmen, die von Personen, die mit immunologischen Arzneimitteln in Berührung kommen und von Personen, die diese Arzneimittel Patienten verabreichen, zu treffen sind, sowie von dem Patienten zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen, soweit dies durch Auflagen der zuständigen Bundesoberbehörde nach § 28 Abs. 2 Nr. 1 a) angeordnet oder durch Rechtsverordnung vorgeschrieben ist,
    e) Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder anderen Mitteln, soweit sie die Wirkung des Arzneimittels beeinflussen können,
    f) Verwendung bei Schwangerschaft und Stillzeit,
    g) Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen und zum Führen von Kraftfahrzeugen,
    h) Nebenwirkungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch,
    i) Überdosierung: Symptome, Notfallmaßnahmen, Gegenmittel;

  5. pharmakologische Eigenschaften:
    a) pharmakodynamische Eigenschaften,
    b) pharmakokinetische Eigenschaften,
    c) vorklinische Sicherheitsdaten;

  6. pharmazeutische Angaben:
    a) Liste der sonstigen Bestandteile,
    b) Hauptinkompatibilitäten,
    c) Dauer der Haltbarkeit und, soweit erforderlich, die Haltbarkeit bei Herstellung einer gebrauchsfertigen Zubereitung des Arzneimittels oder bei erstmaliger Öffnung des Behältnisses,
    d) besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung,
    e) Art und Inhalt des Behältnisses,
    f) besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung von angebrochenen Arzneimitteln oder der davon stammenden Abfallmaterialien, um Gefahren für die Umwelt zu vermeiden;

  7. Inhaber der Zulassung;

  8. Zulassungsnummer;

  9. Datum der Erteilung der Zulassung oder der Verlängerung der Zulassung;

  10. Datum der Überarbeitung der Fachinformation.

  • Da für das Beratungsgespräch und den zweiten Teil der Prüfung nicht alle Informationen zu dem Arzneimittel benötigt werden, sind einige Abschnitte farblich markiert. Diese markierten Informationen benötigen Sie für die Fachsprachenprüfung. Als Beispiel finden Sie die erste Seite aus der Fachinformation zu Aspirin:

 

  • Sie dürfen nach Ihrer Einschätzung zusätzlich wichtige Passagen der Fachinformation markieren und Randnotizen erstellen. Während der Vorbereitung und der Prüfung dürfen Sie Aufzeichnungen anfertigen, die nach der Prüfung abzugeben sind.

  • Es stehen Ihnen während der Prüfung medizinische und pharmazeutische Nachschlagewerke, z.B.
    • Pschyrembel
    • Klinisches Wörterbuch,
    • Hunnius
    • Pharmazeutisches Wörterbuch,
    • Taschenrechner, Papier und Bleistift zur Verfügung.

  • Die Verwendung von Mobiltelefonen und anderen mitgebrachten elektronischen Hilfsmitteln ist während der Prüfung nicht gestattet.


Das erwartet Sie im ersten Teil der Prüfung:
Simuliertes Apotheker-Patienten-Gespräch:

  • Sie informieren und beraten einen Patienten im Rahmen der Arzneimittelabgabe über ein Arzneimittel, arzneimittelbezogene Probleme sowie mögliche Arzneimittelrisiken. Insbesondere weisen Sie den Patienten auf die sachgerechte Anwendung, Aufbewahrung und Entsorgung des Arzneimittels hin und klären ihn über mögliche Neben- oder Wechselwirkungen auf.

  • Zur Struktur eines Beratungsgesprächs gibt es einen „Leitfaden Beratung in der Apotheke“ (siehe Downloadbereich auf dieser Seite oben rechts). Dort finden Sie auch typische Fragen, die dem Patienten gestellt werden sollten, um ihn zu einem verordneten Arzneimittel (also mit einem ärztlichen Rezept) oder zu einem Selbstmedikationswunsch optimal zu beraten.

  • Folgende Punkte sollten abgedeckt sein:
    • Gesprächseinstieg: Begrüßung
    • Person, für die das Arzneimittel bestimmt ist
    • Art bzw. Stärke der Beschwerden
    • Zeitliches Auftreten der Beschwerden
    • Dauer der Beschwerden
    • Häufigkeit der Beschwerden
    • Begleitsymptome
    • Rat eines Arztes
    • Erfahrungen mit Arzneimitteln zur Behandlung der Symptome
    • Bekannte Erkrankungen beim Patienten
    • Weitere Arzneimittelanwendungen
    • Verwenden Sie bei der Beratung laienverständliche Bezeichnungen und verzichten Sie - wenn möglich - auf Fachbegriffe.

     

Das erwartet Sie im zweiten Teil der Prüfung
Schriftlicher Prüfungsteil:
Im schriftlichen Prüfungsteil füllen Sie aufgrund einer festgestellten Nebenwirkung bei dem von Ihnen beratenen Patienten den Berichtsbogen der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) „Bericht über unerwünschte Arzneimittelwirkungen“ aus. Apothekerinnen und Apotheker sind nach den Berufsordnungen der Apothekerkammern verpflichtet, unerwünschte Arzneimittelwirkungen an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) zu melden. Dieses System verbessert langfristig die Arzneimitteltherapiesicherheit. Um den Apothekern ihre Aufgabe zu erleichtern, hat die AMK einen neuen Meldebogen entwickelt.

  • Schauen Sie sich den AMK-Meldebogen schon einmal an.. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) sind Nebenwirkungen, die bei der Einnahme des Arzneimittels auftreten. Zum Beispiel ein Hautsauschlag, Herzrasen oder Magenschmerzen. Manchmal ist auch eine Wechselwirkung/Interaktion für das Auftreten einer UAW die Ursache. Sie haben die Aufgabe, alle notwendigen Angaben in den Bogen einzutragen oder anzukreuzen. Dafür dürfen Sie dem Patienten Fragen stellen. Außerdem bitten wir Sie, die Felder 1 bis 3 nicht nur mit Stichworten auszufüllen, sondern komplette Sätze zu formulieren

 

Das erwartet Sie im dritten Teil der Prüfung
Simuliertes Apotheker-Apotheker-Gespräch:

  • Sie informieren einen anderen Apotheker über den Patienten, die Nebenwirkung sowie ggf. über Angaben der Fachinformation und Ihre Angaben in der AMK-Meldung. Ihr Kollege wird sich mit Ihnen darüber austauschen. In diesem Gespräch sind Fachbegriffe und Fremdwörter erwünscht.

  • Zum Ende dieses Prüfungsteils übersetzen Sie pharmazeutisch-medizinische Fachbegriffe in laienverständliche Sprache. Die Übersetzung erfolgt schriftlich und mit ein bis wenigen Worten, zum Beispiel:

    Refluxösophagitis -> Sodbrennen
    Okklusionspflaster -> Pflaster zum Abkleben des Auges


Mitteilung des Prüfungsergebnisses:
Im Anschluss an die Prüfung wird Ihnen nach Bewertung durch die Prüfungskommission das Ergebnis mitgeteilt.

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Ansprechpartner

Dr. Constanze Schäfer MHA

Aus- und Fortbildung

Tel.: 0211 83 88 - 151

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Ralf Dickel

Tel.: 0211 83 88 - 180

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